Die Sache mit Patrick und den Schlangen

Der Countdown zum 17. März läuft bereits Weltweit auf Hochtouren und jeder der die Bedeutung dieses Tag kennt, der weiß es handelt sich um unseren Schutzpatron. St. Patrick war strengenommen kein Ire, sondern wurde auf der großen Nachbarinsel geboren. Laut Legende wurde er von Piraten entführt, verdingte sich als Schafhirte bevor er sich wieder auf den Weg nach England machte und in die Kirche eintrat.

So könnte es sich zugetragen haben, er sitzt aber auf der falschen Seite

St. Patrick hat Berühmtheit erlangt nicht weil er das Guinness und dazu gleich den Tag erfunden hat, sondern weil er die Schlangen von der Insel vertrieben hat. Ich gebe zu, als Junge war ich auch der Meinung, dass er das getan hat und die Leute so happy waren, dass sie ihn gleich zum Heiligen machten, aber nein. Später habe ich gelernt als ich die Geschichte Irlands gelesen habe, dass es nie Schlangen auf der Insel gab, höchstens solche vor der Kinokasse. Es heißt, dass die Schlangen ihn belästigt haben als er, wie Jesus, vierig Tage in der Einsamkeit verbracht hat, und ihn das so aufregte, dass er alle Schlangen eigenhändig in’s Meer warf.

Der Historiker Giraldus Cambrensis bemerkte in seiner Topographia Hiberniae, “Einige vermuten zwar mit einer scheinbar schmeichelhaften Fiktion, dass der heilige Patrick und die anderen Heiligen dieses Landes die Insel von allen schädlichen Tieren befreit haben; aber die Geschichte behauptet mit größerer Wahrscheinlichkeit, dass seit den frühesten Zeiten und lange bevor sie mit dem Licht der geoffenbarten Wahrheit begünstigt wurde, dies eines der Dinge war, die es hier nie gab, aufgrund eines natürlichen Mangels an den Erzeugnissen der Insel.”

Dabei ist das ganze wenig mysteriös und ich erzähle hier einfach mal die wahre Geschichte:

Längst hatte Patrick einen Plan in der Tasche als er von Irland aus wieder nach England reiste. Er war stinksauer, nicht nur von Piraten am Strand entführt, dann nach Irland verschleppt, dort verkauft – “der hat noch alle Zähne und ist Stubenrein.” – und, weil der Käufer kein Geld für einen Border Collie hatte, wurde als Wächter für die Schafe genommen. Aber das, so hatte er sich vorgenommen, würde ihnen heimzahlen.

Am ersten Kloster auf seinem Weg hielt er an und wummerte gegen das Tor, “aufmachen! Macht sofort die Tür auf oder ich mache Kleinholz aus dem Ding!” Der Abt dachte die Wikinger wären zurückgekehrt und scheuchte seine Mönche in die Sakristei, vorher nahmen sie noch alle wertvollen Gegenstände an sich und versteckten diese vor den Wikingern. Bruder Vinzent staunte nicht schlecht als ein junger Mann vor dem Tor stand und Einlass begehrte. “Ja bitte?” Fragte er und beeilte sich sein Sprüchlein aufzusagen, “wir haben nichts, wir sind alle Diener unseres Herrn und bist Du nicht auch sein Kind? Wohl gewachsen zwar aber doch noch so jung. Wenn Du ein Obdach suchst, dann mußt Dich uns anschließen.”

“Natürlich will ich!” Patrick sprach’s und trat ein. Die Zeit verging und er lernte alles mögliche. Die Bibel auswendig, aus einem Kochlöffel eine Axt schnitzen und aus Wachholder Gin destillieren. Als die Zeit gekommen war, da sandte ihn die Kirche nach Irland, schließlich befanden sich dort noch viele Menschen die gerne ihren Ovulus entrichten wollten, es allerdings noch nicht wußen.

Nach seiner Ankunft begann Patrick wie jeder Handelsvertreter, anklopfen, falls kein Interesse, den Fuß in die Tür stellen und Taschenspielertricks aufführen – und er war gut darin, schließlich war Vinzent sein Mentor -, die Leute waren beeindruckt und fragte von sich aus wo sie denn nun unterschreiben müßten. “Mußt Du nicht guter Mann, hier….” Und tunkte den Kopf in die Waschschüssel. Manchmal reichte ihm auch ein Topf mit Gemüsebrühe zur Taufe. Und so nach und nach vergröerte sich die Zahl der Gläubigen. Wenn er sprach, dann wackelten die Wände, besonders wenn er von Sodom und Gomorrah sprach und dabei unter dem Altar gegen den Kessel trat.

Ränkeschmied

Natürlich sprach sich das rum und die Leute waren neugierig was denn das für einer ist. Interessiert schauten sich die Leute – weil sie nicht lesen konnten – die Zeichnungen an, die Patrick angefertigt hatte und vor jedem seiner Auftritte an die Bäume pinnte. Das erregte auch die Aufmerksamkeit der Ältesten, der Druiden. Klar, man hatte praktisch das Monopol und selbst die Chieftains fraßen ihnen aus der Hand. War jemand hartnäckig dann brauten sie ein Süppchen aus Pilzen und man trat einem der Götter gegenüber, danach war man wieder Lammfromm. Man schickte einen der ihren undercover zu einer Veranstaltung unter freiem Himmel, schließlich wollte man ja wissen mit wem man es zu tun hat.

Patrick zog wie immer sämtliche Register, sprach von der Schöpfung und kam dann – wie bei jedem Auftritt – zur Bergpredigt. Das war mittlerweile das Highlight seiner Predigten, besonders wenn er den Leuten erklärte, dass wenn man auf die Backen kriegt man auch die andere Backe hinhält, hatten die Leute frage pflegte er zu sagen, “doppelte Backpfeifen wirken besser.”

Der Undercover Druide hörte fleißig zu und versuchte, sich alles so gut es ging einzuprägen. Völlig aus dem Häuschen war er als die Leute Patrick aufforderten die Geschichte vom Wasser und dem Wein zu erzählen, “ist sowas wie Met” Und die Leute dann so “ooooohhhh.” Zurück im Clubhaus berichtete er von dem was er gesehen hatte und wie die Leute auf ihn reagiert haben…..“Holla the woodfairy” rief er, “das war vielleicht der beste craic ever!” Eine zufällig in der Nähe stehende Sidhe fühlte sich bei dem Wort Woodfairy angesprochen und fragte “ja bitte?”

Aber die Druiden ignorierten sie völlig und steckten die Köpfe zusammen. Der blinde Brennan rief “zusammenschlagen!” und fuchtelte wie wild mit seinem Stab in der Gegend umher. “Gemach, gemach Bennan,” beruhigte ihn der Oberdruide mit Namen Ruad, “Du schlägst Deinen Stecken noch jemanden an den Kopf!” Ruad wußte noch sehr wohl was beim letzten Mal passiert war als Brennan die Pferde durchbrannten, dabei verwandelte sich Nuada der Schlaue in Nuada den Bekloppten als er von Brennans Stab seitlich am Kopf erwischt wurde. Nun saß Nuada da und blickte betrübt und mit laufender Nase in die Runde.

Von Jean Housen – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, WikimediaAn Mhainistir Mhór

Und so saßen die Druiden im Kreis und diskutierten bis in die Abendstunden wie man am Besten Patrick loswird und ignorierten die Rufe Brennans, “ich sage zusammenschlagen!….”umbringen, umbringen und den Fischen geben!”…..”Aufhängen!” Einstimmig beschloss man, dass man die Götter um Rat fragen müsse was zu tun sei. Die Chieftains hatten keine Lust, besonders da Patrick zufällig auf den Farmer gestoßen war für den er die Schafe hüten musste. Als er ihm erzählte, dass sein Chef aus Wasser Wein machen könne und, wenn er so freundlich sein könnte und hier auf der gestrichelten Linie sein Kreuz macht dann würde er nach seinem Ableben in’s Paradies fahren und nicht mit einem Mühlstein um den Hals im Moor landen. Man war, nach dieser Geschichte, dem Gedanken nicht abgeneigt sich dieser Bewegung anzuschließen, auch wenn man dafür die Schlangen als Symbole durch Kreuze ersetzen müsste. – Bemerkung: Es ist eine Ironie, dass sich nie Schlangen in Irland aufgehalten haben, die wären entweder ertrunken oder erfroren, trotzdem Schlangen als magische Symbole in der irischen Mystik verwendet wurden. –

Die Druiden hatten derweil ein Rauschsüppchen zu Abend gegessen und legten sich schlafen. Einer nach dem anderen schwebte nicht nur in das Reich der Träume, sondern auch zu ihren Göttern. Das war vielleicht ein großes Hallo als die Fusselbärte aus dem Nebel auf die Lichtung traten, wo sich die Götter zum Mittagessen an die Tafel gesetzt hatten. Neben Dagda am Kopfende saß jemand den die Druiden noch nie zuvor gesehen hatten. Er strahlte leicht und führte zur Freude der Gesellschaft Zaubertricks auf, “bitte nochmal Jehoschua, Tailtiu hat noch nichts zu trinken!!” Und Jehoschua sagte, “gut, gut, gut, einen Becher noch für Tailtiu,” und unter lachen und rufen füllte er einen Becher mit Wasser, legte ein Tuch drüber, zog es weg und reichte den Becher an Tailtiu. “Ui, das is’ aber lecker, hicks!! Und das ist dieser berühmte Wein? Daran könnte ich mich gewöhnen!” Und ihre Wangen blühten auf.

Sclangen im Book of Kells – Trinity College Dublin

“Ach, sieh da!!” Rief Dagda mit seiner tiefen Bassstimme, die so dröhnte, dass das Laub von den Bäumen fiel, “die Herren Druiden! Na Ihr Kadetten, auch schon da?” “Darf ich vorstellen? Das ist mein lieber Freund Jehoschua, der ist extra aus dem Morgenland gekommen, einer seiner Angestellten weilt zur Zeit im Land und er wollte schauen wie er sich hier zurecht findet.”

Den Druiden wich sämtliche Farbe aus dem Gesicht und Ruada räusperte sich, ging vor Dagda auf die Knie und sagte, “großer Dagda, deswegen sind wir ja hier, wegen seinem Angestellten – er zeigte auf Jesus – der Kerl bereitet uns Stress und seinetwegen kann Brennan seit Tagen nicht schlafen“Stein um’en Hals und in’s Moor werfen” rief Brennan – Siehst Du großer Dagda, so geht das schon seit der Ausländer hier angekommen ist und der ganze Ärger nur weil Piraten ihn entführt, auf dem Markt verkauft und er die Schafe hüten musste. Dabei war er doch die ganze Zeit an der frischen Luft, nä wat Nachtragend der Typ.”

Daraufhin tippte Jesus Dagda auf die Schulter und schlug einen Wettkampf vor, “weißt Du Daggi, es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht denn die Druiden in’s Himmelreich. Also in meine Hood kommen.” Mit einem Kamel konnte zwar niemand was anfangen, aber das mit der Hood gefiel Dagda. “Das ist ein Wort Yoshi! Also so sei es! Ihr,” er zeigte auf die Druiden, “wacht jetzt alle wieder schön auf, geht zu diesem Paddy und fordert ihn zu einer Wette, wer die meisten Follower hat. Gewinnt Paddy, dann könnt Ihr in Zukunft als Revival Gruppe auf den Märkten Konzerte geben und Eure Tinkturen verkaufen, gewinnt Ihr dann geht Paddy wieder zurück nach England und Yoshi besucht uns trotzdem:”

Am nächsten Tag hatten die Druiden einen tierischen Kater. “OOOOOOHHHH,” stöhnte Fion der jüngste Druide, “ich fühle mich als wäre mir ein Menhir auf den Kopf gefallen.” “Alter Druide,” sagte Gerallt und hielt sich mit beiden Händen den Kopf, “das war der mit Abstand tierischste craic den ich bis jetzt erlebt habe.” “Menhir auf den Kopf und gut is’, sparen wir uns die Beerdigung” brummte der blinde Brennan.

“Wuff, braobugirodadu” Nuada der Bekloppte. “Schluss jetzt! Reist Euch mal zusammen! Also, wir gehen jetzt zu diesem Paddy – wo ist der eigentlich – und fordern ihn heraus, mehr als uns den Stinkefinger zeigen kann er nicht.”

Nachdem sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen – “wir sind die Bruderschaft vom nutzlosen Bunde nahe der Steinhügel und suchen diesen Paddy” – von einem Farmer, der gerade seine Kühe fütterte, hingewiesen wurden, dass Patrick seinen Auftritt heute im Dorf in einem, extra für dieses Event, gebauten Holzhaus hat, machte sich die Gruppe auf den Weg. “Vergelts Dagda guter Mann!”

Als die Gruppe an besagtem Holzhaus angekommen war mußten sie sich erst durch eine Menschenmenge kämpfen und fragten den erstbesten wer denn dieser Paddy sei. “Oh, Paddy! Ja, die Veranstaltungen sind immer lustig, ist jetzt meine – er zählte sein Finger – zehnte Veranstaltung. Gibt auch immer was trinken und zu essen, Abendmahl nennt er das.” “Abendmahl,” brummelte Ruada verächtlich, “Opferfeste sind den Leuten wohl nicht mehr gut genug, undankbare Bande.” “Aber Du musst schon zugeben, dass unsere Operfeste ein bisschen langweilig waren, außer jemanden, der sich freiwillig meldet die Kehle durchzuschneiden und anschließend in’s Moor zu werfen, waren die Partys doch ein bisschen dröge,” warf die Gruppe ein.

“Party, wenn ich das schon höre, es geht nichts über ein zünftiges Opfer,” murmelte Brennan und ergänzte, “für den brauchen wir kein Fest, da reicht ein Strick.” Als sie Patrick sahen, da stürmten sie mit drohend erhobenen Stäben auf ihn zu, so dass Patrick beim Anblick der mit Schlangen gescgmückten Stäbe verzückt ausrief, “sieh an, die Ärzte ohne Grenzen sind auch schon da, na dann kann ja nichts mehr schiefgehen.”

Und so kam es, dass Patrick die Schlangen aus Irland vertrieben hat. Die Druiden sattelten um und eröffneten eine Gemeinschaftspraxis in der Nähe von Ballina, Patrick bekam Kirchen im Land und die Leute traten seinem Verein bei und da, sich die Geschichte nicht dramatisch genug anhörte erfand man halt die Legende wie Patrick eigenhändig während er in einer Höhle saß, die Schlangen mit bloßen Händen in’s Meer geworfen hat und für eine Delikatesse sorgte, Räucheraal.

Der Verein war in Irland bis in’s 20. Jhr. eine mächtige Institution und die irische Politik fragte immer den Erzbischof von Dublin um Rat, so dass es bis 1997 keine Verhütungsmittel gab, Abtreibung bis 2018 verboten, Alkohol an Karfreitag und dem ersten Weihnachtsfeiertag nicht verkauft werden durfte und die Kirche, quasi Steuerfrei, Kinder von ledigen Müttern in die USA verkauft hat.

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